30.07.2026 | Dr. Kalyani Twyman ist mit einem Humboldt-Forschungsstipendium für Postdocs der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hanna Kokko an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) beigetreten. Davor absolvierte sie an der University of St. Andrews in Schottland eine Promotion zur sozialen Anpassung bei den Hauptschritten der Evolution. Diese werden definiert als Übergänge, bei denen sich die Weise der genetischen Informationsübertragung zwischen Generationen verändert, sodass Entitäten, die zuvor eigenständige Replikation ermöglichten, nun nur noch als Teil eines größeren integrierten Ganzen replizieren können. Ihre Promotion konzentrierte sich auf drei dieser Hauptschritte: die Entstehung von Genomen, die Entstehung von Multizellularität sowie die Entstehung obligater Eusozialität.

In Mainz wird sie weiterhin soziale Evolutionstheorie und diverse mathematische Modellierungstechniken anwenden, nun jedoch fokussiert auf die Entwicklung von Komplexität in eusozialen Systemen. Ziel ist die Untersuchung der Ursachen und Folgen von Polymorphismen in Bezug auf Ausbreitung und Fortpflanzung bei eusozialen Taxa, mit besonderem Schwerpunkt auf Flügeldimorphismus bei sozialen Insekten.

Die formale Theorie für eusoziale Systeme ist bislang unterentwickelt, nicht zuletzt, weil die Modellierung der komplexen Koloniestruktur erhebliche mathematische Herausforderungen mit sich bringt. Dieses Projekt trägt zu einem wachsenden Forschungsfeld bei, das formal-mathematische Ansätze auf eusoziale Systeme anwendet. Damit sollen konzeptionelle und analytische Werkzeuge geschaffen werden, die zukünftige theoretische und empirische Forschung zur Entwicklung von Komplexität – d.h. solcher Polymorphismen wie auch anderer Komplexitätsformen wie der Kastenstruktur – in diesen Taxa ermöglichen.