29.04.2026 | Internationales Forschungsteam unter Leitung der JGU hat Genome aus der Zeit des Endes des Weströmischen Reichs untersucht – Veröffentlichung in Nature
Viele der heutigen Dörfer und Städte in Mitteleuropa gehen auf Siedlungen zurück, die nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reichs entstanden, oft auf ehemaligem römischem Gebiet oder in unmittelbarer Nähe des Limes, der einstigen Reichsgrenze. Seit dem 19. Jahrhundert ist diese Epoche zunächst mit umherziehenden größeren germanischen Völkern in Verbindung gebracht worden. Die historische Forschung hat sich jedoch längst von der Vorstellung eines Germanentums und einer „Völkerwanderung“ verabschiedet. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Anthropologen und Populationsgenetikers Prof. Dr. Joachim Burger vom Institut für Organismische und Molekulare Evolutionsbiologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat nun die Genome von Menschen aus dem ehemaligen römischen Grenzraum zwischen 400 und 700 n. Chr. in Süddeutschland untersucht. Die Analyse liefert überraschend detaillierte Einblicke in eine Zeit tiefgreifender Veränderungen. Ihre Ergebnisse sind jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Nature erschienen.
Beteiligt an der interdisziplinären Studie waren etwa 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus einer Reihe europäischer Institutionen, darunter die JGU, die Eberhard Karls Universität Tübingen, die Universität Freiburg (Schweiz), die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns sowie zahlreiche weitere Einrichtungen. Die Beteiligten kommen aus verschiedenen Fachrichtungen, darunter Populationsgenetik, Bioinformatik, Anthropologie, Geschichtswissenschaften und Archäologie. Im Fokus der Untersuchung standen die Genome von Skeletten, die in sogenannten Reihengräberfeldern – Friedhöfen, die ab der Mitte des 5. Jahrhunderts in Nordgallien, West- und Süddeutschland bis nach Ungarn weitverbreitet waren – gefunden wurden.
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Quelle: JGU | COM | Kommunikation und Medien
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