17.03.2026 | Wissenschaftsminister Clemens Hoch hat das Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung (IBWF) in Mainz besucht. Im Mittelpunkt des Termins standen der wissenschaftliche Austausch mit internationalen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, die derzeit im Rahmen der europäischen FORTHEM-Allianz am IBWF tätig sind und ihre Forschungsprojekte vorstellten. Die Gespräche verdeutlichten die zentrale Bedeutung der Internationalisierung für die Weiterentwicklung des Biotechnologiestandortes Rheinland-Pfalz. „Begegnungen wie diese belegen die hohe Bedeutung von internationalem Forschungsaustausch“, betont Hoch. Nur durch eine fortschreitende Internationalisierung im Bereich der Biotechnologie könnten neue Ressourcen und Technologien identifiziert und qualifizierte Fachkräfte gewonnen werden.
Neben dem wissenschaftlichen Austausch stand auch die Weiterentwicklung technologischer Kompetenzen am IBWF im Fokus des Besuchs. Wissenschaftsminister Hoch überreichte einen Förderbescheid des Landes in Höhe von 50.000 Euro an den Landeskoordinator für Biotechnologie, Prof. Dr. Eckhard Thines. Mit der Förderung unterstützt das Land die Etablierung einer neuen Technologie zur zellfreien Enzymproduktion mit pilzlichen Lysaten am Institut. Pilzliche Lysate entstehen bei der Aufspaltung von Pilzzellen. Die daraus entwickelte Methode ermöglicht es, vielversprechende Ansätze aus der umfangreichen Stammsammlung des IBWF schneller und gezielter zu identifizieren als bisher. Dadurch können Chancen für die Entwicklung marktrelevanter Enzyme frühzeitig erkannt und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig soll die Technologie neue Kooperationen mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie ermöglichen und die Vernetzung des Instituts weiter stärken.
„Jeder einzelne Standort der verschiedenen Mitgliedsländer der FORTHEM-Allianz hat einzigartige Stärken. Durch gezielte Zusammenarbeit innerhalb Europas können wir Synergien entwickeln, die international sichtbar sind“, sagt Prof. Dr Eckhard Thines. Internationale Kooperation in der Biotechnologie seien essenziell, um Zugänge zu Kompetenzen und Ressourcen zu erschließen, wettbewerbsfähig zu bleiben und große gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam anzugehen, so Thines. Die FORTHEM-Allianz ist ein Verbund von neun europäischen Partneruniversitäten, an dem die Johannes Gutenberg-Universität Mainz seit ihrer Gründung im Jahr 2019 beteiligt ist. Die Zusammenarbeit ermöglicht gemeinsame Projekte in Forschung und Lehre sowie den Austausch von Studierenden und Forschenden. Ursprünglich mit Fokus auf Studierendenmobilität gegründet, hat sich das Netzwerk mittlerweile zu einer Plattform für zahlreiche internationale Forschungskooperationen entwickelt.