27.08.2025 | Forschende der JGU weisen erstmalig mit einem direkten Beleg nach, dass sich indirekte ökologische Effekte auf die Evolution von Spezies auswirken können.
Die Natur ist komplex: Einige Spezies teilen sich ihren Lebensraum und interagieren direkt, andere begegnen sich nicht und können sich daher nur indirekt beeinflussen. Doch sind indirekte Wechselwirkungen stark genug, um die Evolution zu beeinflussen – eine Spezies also nachhaltig zu verändern? Diese bislang offene Frage konnten Forschende des Instituts für Organismische und Molekulare Evolutionsbiologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) mit internationalen Partnern wie dem Swiss Federal Institute of Aquatic Science and Technology (Eawag) und der Universität Basel nun erstmalig beantworten. „Wir konnten nachweisen, dass indirekte ökologische Effekte eine schnelle Evolution in aquatischen Lebensgemeinschaften hervorrufen können“, sagt Prof. Dr. Shuqing Xu von der JGU. „In unseren Versuchen beeinflussten Blattläuse die Evolution von kleinen aquatischen Krebstieren, den Wasserflöhen, obwohl die einen an der Luft und die anderen im Wasser leben und ihre Wege sich somit nicht kreuzen. Der Einfluss wird allein durch die Umwelt vermittelt.“ Für die Evolutionsbiologie, die sich bislang vor allem auf direkte Effekte konzentriert und indirekte größtenteils außer Acht lässt, sind diese Erkenntnisse grundlegend. Ihre Ergebnisse haben die Forschenden am vergangenen Donnerstag im renommierten Fachmagazin PNAS veröffentlicht. (…)
Quelle: JGU | Kommunikation und Presse
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